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Daten erfasst von: Jazztime
 
Barrelhouse Jazzband - New Harlem Shout
Label: Fenn Records   Label-Nummer: FMS 2095
Recording: 2004   
Medium: CD   Anzahl Medien: 1
Zu diesem Tribut an die Zeit, als Harlem das brodelnde Zentrum des Jazz war, hat die Barrelhouse Jazzband drei eigene Kompositionen von Bandmitgliedern beigesteuert, aber auch jedem der "Klassiker" im Repertoire eigene, oft für die Band ganz neue Klänge gegeben. Mit Frank Seltens vier Saxofonen, Reimer von Essens Wahl zwischen Klarinette und Altsax, Horst Schwarz's neuer Möglichkeit, außer Trompete zwei verschiedene Posaunen einzusetzen, dazu verschiedene Kombinationen mit der Gitarre, das Team Klavier-Gitarre ... jedes Stück kommt in anderen Klanggewändern daher, und auch während der Stücke ändert sich ständig etwas. Dass einmal Banjo und Gitarre zugleich zu hören sind, ist ein kleines Schmunzelgeschenk der Studiotechnik an unsere Hörer. Und wer nach "Good Night My Lucky Day" vor lauter gespanntem Zuhören müde geworden sind, legt einfach noch mal "Boogie für Mr. H.H." auf!Die Musik der Barrelhouse Jazzband hat viele Quellen, aber der klassische schwarze Jazz der Zwanziger Jahre, der Jazz der New Orleans-Renaissance und die Musik der frühen Bigbands in Harlem sind die wichtigsten. Unsere vorletzte CD war speziell dem kreolischen Aspekt des New Orleans-Erbes gewidmet, die letzte gab einen Querschnitt durchs ganze Repertoire, und nun folgt unsere Verbeugung vor den Großen des Harlem der Dreißiger Jahre - und dem, was sie anstießen. Natürlich ist da vor allem Duke Ellington, von dem wir sowohl ein Stück aus seiner Anfangszeit als auch einen der Klassiker und ein seltenes aus seinen letzten Jahren bieten - Beispiele für vierzig Jahre kontinuierlicher Produktivität mit unverwandeltem Kern. Da ist der Daddy des Harlem-Piano-Jazz, James P. Johnson, von dem wir einen bisher nur als Soloklavier-Schlachtross gespielten Blues in unsere Klangsprache übersetzen, dazu eine Frucht der Jahre Sidney Bechets in Harlem, eine tiefe Verbeugung vor dem großen Virtuosen, Sänger und Entertainer Fats Waller und zum Schluss eine Erinnerung an Henry "Red" Allen, den Trompetenkönig in Harlem. Von den drei eigenen Kompositionen ist unser Titelstück den anderen fantastischen, kreativen, seinerzeit berühmten und heute nur selten erwähnten Bands und Musikern in Harlem gewidmet, nennen wir mal nur Jimmie Lunceford, Fletcher Henderson, Chick Webb und die Missourians; die zwei anderen erinnern die an die späten Jahre in Harlem, als zu viele Musiker in der Army dienen mussten, und die Hitze der Ballrooms deshalb von kleineren Gruppen mit großem Sound erzeugt wurde, wobei z.B. an Louis Jordan und die Boogiepianisten gedacht ist.